Artikel-Schlagworte: „Rezension“
[Rezension] Das Blut der Ketzer. Sephira 02 – Corina Bomann

Verlag: Ueberreuter Verlag
ISBN: 978-3800055913
Seiten: 493
Ausgabe: Gebunden
Preis: € 17,95
ET: 07.2011
Laurina ist nun schon einige Jahre bei den Sephira, der magischen Bruderschaft von Assassinen, als sie überstürzt fliehen müssen. Der rachsüchtige Emir Malkuth ist ihnen auf den Fersen und will die endgültige Vernichtung der Bruderschaft. Obwohl so gut wie unsterblich, fürchten die Sephira den Emir und suchen eine Zuflucht. Das Schicksal der verfolgten Katharer bewegt sie dazu, nach Frankreich zu reisen, um ihnen beizustehen. Doch der Preis, den Laurina für diese Rettungsmission zahlen muss, ist unerträglich hoch …
Eine junge Kriegerin beeinflusst die Geschichte der Welt.
Meine Rezension
Seit ihrer Aufnahme in den Sephiraorden sind mittlerweile 100 Jahre vergangen und dennoch ist das Leben von Laurina, Sayd, Gabriel, Jared und den anderen nicht ruhiger geworden.
Denn nicht nur Malkuth versucht verzweifelt an Laurina heranzukommen, sondern auch Sayds Visionen zeigen den Unsterblichen, wo ihre Hilfe gebraucht wird.
So verschlägt es die Gruppe in diesem Band ins Frankenland, wo sie versuchen wollen, den Katharern zu helfen…
„Das Blut der Ketzer“ ist der zweite Band um die Sephira, auf den ich gespannt gewartet hatte, nachdem mir der erste Teil so unglaublich gut gefallen hatte.
Den ersten Teil habe ich innerhalb weniger Stunden verschlungen und war sowohl von der Handlung, den Charaktere, als auch dem Sprachstil begeistert.
Nicht, dass ich vom zweiten Band der Serie nicht auch überzeugt wäre, jedoch war es so, dass mich der Roman nicht wie sein Vorgänger durchgehend fesseln konnte. So hatte ich in der Mitte einen kleinen Hänger und bin weniger schnell voran gekommen; erst zum letzten Drittel des Romans hatte ich mich wieder richtig fest gelesen und konnte den Roman erst aus der Hand legen, als er auch schon wieder zu Ende war.
Die Autorin schafft es auch in „Das Blut der Ketzer“ historische Fakten, Persönlichkeiten und Mythen der damaligen Zeit perfekt in die Geschichte einzubinden. Ein kurzer Abstecher zur berühmten Suchmaschine zeigt, dass sie sich dabei auch wirklich an die Fakten hält und nichts für ihre Gunsten ändert.
Dies war für mich besonders interessant, da ich so neben einer spannenden und durchaus rasanten Handlung noch etwas dazu lernen konnte.
Neben der Geschichtsstunde kommen auch diesmal wieder die Charaktere nicht zu kurz. Besonders gefallen hat mir, dass diesmal nicht nur Laurina und Gabriel, die man aus dem ersten Band kennt, im Mittelpunkt standen, sondern das diesmal auch viel Raum für die anderen Sephira da war. So lernte man einiges über den Schmied David, wandelte mit Vincenzo auf den Spuren seiner Vergangenheit und lernt, dass Jared nicht nur grummeln kann.
Auch wenn ich in der Mitte des Romans einen kleinen Hänger hatte, so hatte ich doch wieder unmengen Spaß mit den Sephira, und kann es kaum erwarten den dritten Teil in den Händen zu halten, denn die Mission des Ordens ist noch nicht erfüllt: Die Welt retten und den Leser unterhalten!
[Rezension] Totentöchter (Wither) – Lauren De Stefano

Verlag: Simon and Schuster Books
ISBN: 978-1442409057
Seiten: 386
Ausgabe: Gebunden
Preis: € 12,95
ET: 05.2011
At age sixteen, Rhine Ellery has four years to live. Thanks to a botched effort to create a perfect race, all females live to be twenty, and males live to age twenty-five. While geneticists seek a miracle antidote, orphans roam the streets and polygamy abounds. After Rhine is kidnapped and sold as a bride, she is desperate to escape from her husband’s strange world, which includes a sinister father-in-law in search of the antidote and a slew of sister wives who are not to be trusted. On the cusp of her seventeenth birthday, Rhine attempts to flee—but what she finds is a society spiraling into anarchy.
Meine Rezension
In einer nicht allzu fernen Zukunft: Wissenschaftler wollten den Menschen gegen Krankheiten alle Art immun machen. Für eine Generation ist dieser Wunsch auch geglückt, doch alle ihr nachfolgenden sterben in jungen Jahren: Männer im Alter von 25 Jahren und Frauen gerade mal mit 20 Jahren.
Die 16-jährige Rhine hat somit nur noch vier Jahre zu Leben, als sie entführt wird. Rhine und zwei weitere Mädchen werden die Bräute von Linden und sollen ihm möglichst viele Kinder gebären. Doch Rhine denkt gar nicht daran ihr restliches Leben in einem goldenen Käfig zu verbringen. Sie möchte frei sein und beschließt zu fliehen.
„Totentöchter“ ist – wie so viele Bücher in letzter Zeit – der Auftakt zu einer Trilogie. Und dieser Auftakt hat es in sich.
Alleine die Vorstellung, dass der Tod auf Grund eines Virus unausweichlich ist und wie eine Zeitbombe mit dem Erreichen des richten Alters losgeht, ist beängstigend. Jedoch ist es noch viel beängstigender wenn man bedenkt, dass diese Disutopie alles andere als abwegig ist.
Die Autorin schafft es, dass das beklemmende Gefühl, das einen alleine schon bei dieser Vorstellung ereilt, greifbar wird. Man spürt beinah die Enge des Hauses, in das Rhine gesperrt wird und hat ebenso wie sie Angst, dass die Fluchtpläne entdeckt werden.
Rhine selbst war mir von Anfang an sympathisch. Sie erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht als Ich-Erzählerin. Somit hat man zwar einen leicht eingeschränkten Blickwinkel auf die Ereignisse, aber es macht die Erzählung gleichzeitig auch bedrückender, da man als Leser sich so wesentlich leichter und besser in die Situation hineinversetzen kann.
Die Handlung selbst ist spannend und ereignisreich. Schneller als man sich versieht, hat man wieder ein Kapitel beendet. Jedoch verliert die Handlung im letzten Drittel etwas von diesem Schwung, da Rhine sehr viel, beinahe zu ausführlich, über den Alltag berichtet.
Das Ende ist der Autorin sehr gut gelungen: Zum einen ist es schon in sich abgeschlossen. Leser, die kein Interesse mehr an den beiden Folgebänden haben, können es leicht mit „Totentöchter“ bewenden lassen. Gleichzeitig ist das Ende jedoch offen genug, sodass sich ein weiteres Abenteuer Rhines anschließen lässt.
Mir hat „Totentöchter“ sehr gut gefallen und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Teil.
Den Roman kann man als solchen lesen und genießen – soweit dies bei der Thematik möglich ist – zum anderen kann man sich von ihm jedoch auch zum nachdenken über das Leben anregen lassen.
Für mich ein gelungener Auftakt zu einer hoffentlich auch weiterhin spannenden Serie!
[Rezension] Phönixfeuer – Christoph Lode
Pandaemonia III
Verlag: Goldmann | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3442471751
Seiten: 469
Ausgabe: Broschiert
Preis: € 12,00
ET: 09.2011
Düster, mysteriös, fesselnd – einfach phantastisch
Niemals hätte Liam gedacht, dass sein Freund Jackon, der Traumwanderer, ihn verraten würde. Jetzt ist Liam ein Gefangener der Herrscherin von Bradost und sitzt fest. Dabei können sich Liam und seine Verbündeten keine Verzögerungen leisten. Die bösartige Lady Sarka hat bereits unzählige Menschen auf dem Gewissen und unendlich viele Träume manipuliert. Sie muss so schnell wie möglich gestoppt werden, bevor die ganze Welt zerbricht und die Finsternis das Land verseucht…
Meine Rezension
Liam hatte gehofft, dass sein Freund Jackon ihn in seinem Kampf gegen Lady Sarka unterstützt. Doch stattdessen verrät Jackon seinen ehemaligen Freund an Lady Sarka und bringt diese in große Gefahr.
Gleichzeitig sind Bradost und seine Bewohner von den Rissen in den Lichtmauern des Pandaemoniums bedroht: Dämonen beginnen, sich einen Weg in die Welt zu bahnen und bedrohen alles was sowohl Liam als auch Jackon wichtig ist.
Und der Kampf gegen die skrupellose Lady wird immer schwieriger…
Mit „Phönixfeuer“ schließt die mitreißende Fantasy-Trilogie von Christoph Lode.
Der letzte Teil der Pandaemonium-Saga beginnt mit einer kurzen Überblick über die bisherigen Ereignisse. So fällt es nicht schwer den Einstieg in den Roman zu finden und man ist schnell wieder mitten drin in Bradost, bei Liam und seinen Freunden, die versuchen Lady Sarka aufzuhalten und Lady Sarka selbst, die mit allen Mitteln versucht an der Macht zu bleiben.
Und so zieht man als Leser mit den Charakteren in die letzte Schlacht.
„Phönixfeuer“ setzt nahtlos da an, wo „Die Stadt der Seelen“ endet. Nahm die Handlung schon im zweiten Teil rasant an Fahrt auf, so ist diese in finalen Teil der Trilogie fast nicht mehr zu stoppen. Die Ereignisse scheinen sich fast zu überschlagen und die Charaktere haben kaum Gelegenheit in Ruhe durchzuatmen – denn schon droht die nächste Gefahr. Ähnlich ergeht es dem Leser, der vor allem die Gruppe um Liam und Vivana begleitet: Atemlos sitzt man vor dem Buch, blättert Seite um Seite um und fragt sich, was nun als nächstes geschieht. Und so nimmt es auch kein Wunder, dass sich der Roman zu einem echten Page-Turner entwickelt.
Viele Fragen wurden in den ersten beiden Bänden aufgeworfen. Fragen, die alle im Verlauf des Finales stetig, aber nach und nach beantwortet werden. Gleichzeitig überrascht Christoph Lode den Leser noch mit der ein oder anderen Wendung im Geschehen, die man so alles andere als erwartet hat. Vor allem einige Charaktere lassen einen staunenden vor dem Buch sitzen. Besonders Umbra konnte mich in diesem Band für sich nicht zuletzt durch ihre oftmals sarkastischen Bemerkungen gewinnen.
Das Ende des Romans hat mir sehr gut gefallen. Zum einen kommt das Ende nicht zu hastig, da die gesamte Handlung kontinuierlich auf dieses hinsteuert. Zum anderen ist es inhaltlich absolut logisch und meiner Meinung nach auch realistisch: Es gibt Happy-Ends für die einen, Niederlagen für die anderen.
Emotionen kommen ebenfalls nicht zu kurz im Roman. So fiebert man nicht nur mit, sondern freut und leidet mit den Charakteren. Am Ende habe ich sogar ein paar Tränen verdrückt.
Fazit: „Phönixfeuer“ ist ein grandioser und würdiger Abschluss der Pandaemonium-Saga. Dieser Band ist spannend und emotionsgeladen und eine absolute Empfehlung wert! Wer qualitativ hochwertige Fantasy lesen möchte, sollte unbedingt die Pandaemonium-Saga in sein Regal stellen.
[Rezension] Das Amulett der Keltenfürstin – Lucas Bahl

Verlag: Wittich Verlag
ISBN: 978-3981090628
Seiten: 320
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 16,95
ET: 04.2011
lagana kommt in die fremde Stadt um zu morden. Doch dann geschieht, womit weder ihr Auftraggeber noch sie gerechnet haben. Sie verliebt sich in das Opfer.
Das Schicksal der Keltenfürstin und Druidin Ilagana ist eng verknüpft mit einem magischen Amulett, dessen geheimnisvolle Kräfte sie schützen. Doch längst hat das ungewöhnliche Schmuckstück den Neid derer erregt, die nicht auserwählt wurden es tragen zu dürfen. Intrigen und Verrat münden in einen tödlichen Konflikt.
Ein gut recherchierter historischer Roman, der die stummen Überreste der untergegangenen keltischen Kultur in Franken auf spannende Weise zum Sprechen bringt.
Meine Rezension
Ilagana ist eine junge Frau, die mit einem Auftrag in eine ihre fremde Stadt geschickt wird: Sie soll den Feind ihres Vater töten.
Doch Ilagana verliebt sich in ihr mutmaßliches Opfer und heiratet ihn sogar. Von nun an führt die Fürstentochter und Druidin ihr eigenes leben, fernab von ihrem Vater und erlebt Kriege, Verrat und großes Glück.
Eines vorweg: Ich habe bei diesem Roman mal wieder gemerkt, wie wichtig ein gutes Cover sein kann.
Als der Autor mir angeboten hat, dieses Buch zu lesen, wollte ich um ehrlich zu sein erst ablehnen, da mir das Cover so gar nicht zusagte. Mal unabhängig davon, dass ich so langsam aber sicher keine Frauen mehr auf historischen Romanen sehen kann, hat mich hier doch irgendwie gestört, dass diese Dame computeranimiert ist.
Allerdings bin ich froh, dass meine Neugier, nachdem ich den Klappentext gelesen habe, doch gesiegt hat, denn „Das Amulett der Keltenfürstin“ ist ein interessanter Roman, der einen in eine längst vergangene Welt bringt.
Der Einstieg in den Roman fällt relativ leicht: man lernt die junge Ilagana kennen und erlebt sie anfänglich in Situationen, die wohl jeder von uns kennt: Als junges Kind auf Abenteuersuche, wie man Ärger mit seinen Eltern hat und sich über diese brüskiert…So hat man als Leser sehr schnell einen Draht zur Protagonistin.
Der Schreibstil selbst ist locker und so fliegen die Seiten nur dahin und man hat schneller wie man gucken kann wieder 50 Seiten gelesen.
Eine Sache hat mich jedoch zu Beginn gestört: Es wird ein Sachverhalt erklärt und am Anfang der Erklärung steht z.B. etwas wie (vereinfacht ausgedrückt), dass der Schnee weiß ist. Dann wird auch logischerweise erklärt, wieso das so ist. Doch anstatt es beim Ende dabei bewenden zu lassen, wird am Ende dieser Erklärung noch einmal festgestellt, dass daher der Schnee weiß ist. Zugegeben, dass dies ein Punkt sein dürfte, der evtl. nicht jedem auffällt; er fällt auch nicht unbedingt ins Gewicht, da es zu Beginn des Romans nur zwei solcher Stellen gibt, aber ich fand, dass sie in dem Moment holprig wirkten und ich persönlich bin an diesen Stellen kurz aus dem Lesefluss gekommen.
Lucas Bahl beschreibt sehr umfangreich die damaligen Bräuche und den Glauben an verschiedene Götter und die Kämpfe zwischen den Stämmen. Man bekommt so einen sehr guten Eindruck, wie das Leben der Kelten vor so unglaublich langer Zeit gewesen sein könnte. Schade ist in diesem Zusammenhang nur, dass oft die Figuren selbst zu kurz kommen und bei mir so der Eindruck entstanden ist, dass die Geschichte nur als Rahmen erzählt wird, um vom Leben der Kelten zu berichten.
Aber dies schien mir generell ein Problem des Romans zu sein: Ich hätte gerne noch wesentlich länger bei Ilagana bleiben wollen, wollte mehr von ihr und ihrem Leben wissen. Daher hätte „Das Amulett der Keltenfürstin“ meiner Meinung nach noch mal locker 320 Seiten mehr haben dürfen.
Fazit: „Das Amulett der Keltenfürstin“ ist ein interessanter historischer Roman, der einen in eine untergegangene Welt und Kultur mitnimmt. Jedem Leser, der einen Ausflug die Welt der Kelten machen möchte, sei dieses Buch empfohlen!
Mein Dank gilt Lucas Bahl und dem Wittich Verlag für die Bereitstellung des Rezensionexemplars!
[Rezension] Die Tochter der Seidenweberin – Ursula Niehaus

Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426663592
Seiten: 541
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 16,99
ET: 03.2011
Die Fortsetzung des Bestsellers Die Seidenweberin
Köln zu Beginn des 16. Jahrhunderts: Nach dem Tod ihres geliebten Mannes hat die erfolgreiche Seidenweberin Fygen Lützenkirchen in Spanien ein neues Glück gefunden, und in Köln steht ein Generationenwechsel bevor, denn Fygens Tochter Lisbeth muss das Erbe ihrer Mutter antreten – ein Erbe, das ihr Neid und Missgunst so mancher Seidmacherin der Stadt einbringt. Doch Lisbeth gibt nicht auf …
Meine Rezension
Köln im Jahre 1499: Fygen Lützenkirchen ist mittlerweile eine erfolgreiche Geschäftsfrau und hat ihrer verheirateten Tochter Lisbeth ihre Seidenweberei überschrieben.
Während diese mit zu den wichtigsten Seidenmacherinnen ihrer Zunft wird, baut sich Fygen einen Ruf als Kauffrau auf. In dieser Position reist sie nach Spanien, um Lieferungen von Rohseide zu beaufsichtigen und ihre Tochter Lisbeth steht damit alleine den Intrigen und schmutzigen Geschäften der anderen Siedenweberinnen gegenüber…
„Die Tochter der Seidenweberin“ schließt zeitlich einige Jahre später an die Geschichte von „Die Seidenweberin“ an.
Lange hatte ich auf diese Fortsetzung gewartet, da mir damals sowohl „Die Seidenweberin“ als auch „Das Heiligenspiel“ der Autorin sehr gut gefallen haben – jedoch bleibe ich nach der Lektüre dieses Werkes etwas ratlos, aber vor allem leicht enttäuscht zurück. Für mich ist „Die Tochter der Seidenweberin“ leider der bis jetzt schwächste Roman der Autorin.
Die Geschichte des Romans ist relativ leicht und linear, aber daher an sich nicht weniger spannend. In einem leicht zu lesenden Schreibstil schickt Ursula Niehaus ihre Leser quer durch das Köln des 16. Jahrunderts.
Vor allem interessant sind dabei die Schilderungen rund um das Geschäft der Seidenweberei und der Stoffherstellung. Man merkt der Autorin an diesen Stellen an, wie sehr sie Stoffe und ihre Geschichte liebt, weswegen ich diese Passagen wirklich gerne gelesen habe.
Die Geschichte wird vor allem von diesen Passagen zusammengehalten, da sie ihr einen roten Faden geben, der den Rest der Geschichte so nicht nur wie kleine Episoden dastehen lässt, die nichts miteinander zu tun zu haben scheinen. Es geschehen so viele und unterschiedliche Dinge, dass das Buch randvoll ist mit Ereignissen, so dass es einem nie langweilig zu werden droht. Leider stellt sich bei der temporeichen Geschichte auch eine Art „klinische Reinheit“ ein, denn große Gefühle beim Leser werden leider nicht geweckt. So wird man beispielsweise leider nicht von der Leidenschaft für Seide angesteckt und dass, obwohl beinah alle Figuren des Romans als Seidenmacher arbeiten.
Viele Charaktere der Geschichte sind historisch verbürgt. Zu diesen verliert die Autorin noch im Nachwort ein paar Worte, in denen sie unter anderem auch erklärt, welche Freiheiten sie sich in der Gestaltung der Geschichte genommen hat.
Es gibt vor allem zwei Gründe, wieso mir dieser Roman weniger gut gefallen hat:
Fygen unternimmt eine Reise nach Spanien. Die Schilderungen dieser Reise nehmen einen doch nicht unwesentlichen Teil des ersten Drittels des Romans ein. Die Reise und die Ereignisse dieser Reise sind ohne Ende beladen mit Klischees: So wird Fygen angegriffen auf dem Schiff, dass sie nach Spanien bringt und wird von einem natürlich blendend aussehenden Spanier beschützt und gerettet. Überflüssig zu erwähnen, dass genau dieser Spanier später noch eine besondere Rolle für Fygen spielen wird.
Nach den Schilderungen dieser Reise geht es unbeirrt mit Lisbeth weiter. Dieser Teil ist zwar weniger mit Klischees gespickt, jedoch gibt es auch hier einfach zu oft Dinge, die man als versierter Leser bereits voraus ahnt. Ebenso geht alles permanent positiv aus – egal für wen, egal für was. Ich fand dies schon ein wenig störend, da es für mich stark an der potenziellen Glaubwürdigkeit der Geschichte gekratzt hat.
Obwohl „Die Tochter der Seidenweberin“ für mich leider nicht der beste Roman der Autorin ist, ist er doch ein durchaus spannender und flüssig zu lesender Roman, der meiner Meinung nach einige Schwächen hat. Ich hoffe, dass der nächste Roman von Ursula Niehaus wieder deutlich stärker ist.
[Rezension] Die Sündenburg – Eric Walz

Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3442376964
Seiten: 448
Ausgabe: Paperback
Preis: €12, 00
ET: 06.2011
Anno Domini 912, am Oberrhein. Der alte Graf Agapet wird in der Burgpfalz hinterrücks ermordet. Kurz darauf heiratet seine Witwe, Gräfin Claire, erneut. Claires Tochter Elicia will den Tod ihres Vaters nicht ungesühnt lassen und stellt Ermittlungen an. Hatte ihre Mutter schon seit Längerem eine Liebesaffäre? Hat sie ihren Gatten ermorden lassen, ihn womöglich selbst getötet? Von Tag zu Tag werden Elicia ihre Mutter und ihr neuer Stiefvater immer verdächtiger…
Meine Rezension
912. Deutschland. Oberrhein.
Graf Agapet wird in seinem Bad ermordet, kurz nachdem er aus dem Krieg zurückkehrt. Seine Frau Claire heiratet gerade mal zwei Tage später einen anderen Mann und für die Tochter Elicia steht fest: Die Mutter und ihr Liebhaber haben den geliebten Vater heimtückisch ermordet, um den Weg für den Liebhaber freizumachen.
Doch auch Elicia scheint ein Motiv zu haben, ebenso wie ihr Mann Baldur, die Leibeigene Bilhildis und die Ungarin Kara, die Agapet als Trophäe aus der Schlacht mitgebracht hat.
Alles scheint kompliziert und verworren, als der Schultheiß Malvin die Ermittlungen aufnimmt und schon bald weiß er nicht mehr, wem er glauben kann und wem nicht…
„Die Sündenburg“ ist der neue historische Krimi von Eric Walz, der den vorangegangen Romanen in nichts nachsteht.
In dem gewohnten lockeren und dennoch bodenständigen Sprachstil, erzählt der Autor wieder einmal von einem Verbrechen, dass lange vor unserer Zeit geschehen ist. Das Besondere ist diesmal die Erzählperspektive: Kannte man z.B. aus „Die Giftmeisterin“ nur eine Ich-Erzählerin, so erzählen in „Die Sündenburg“ gleich fünf Menschen von den Tagen nach dem Mord. Zu Beginn mag dies erst gewöhnungsbedürftig sein, doch schnell lernt man die Vorzüge dieser Erzählperspektive schätzen.Denn diesmal erzählen alle beteiligten die Geschehnisse aus ihrer Perspektive, man lernt sie kennen und erhält somit ein ungefiltertes Bild der/des Erzählenden.
Die Figuren selbst erzählen in ihren Abschnitten ehrlich und unverblümt und lassen den Leser so an ihrem Leben teilhaben. Man hat wirklich das Gefühl, diese Charaktere kennenzulernen.
Die Handlung selbst hält sich nicht mit Unnötigem auf, sondern strebt schnell dem Höhepunkt – der Aufdeckung des Mörders – entgegen. So fliegen die Seiten nur so dahin und man sieht sich schneller als einem lieb ist mit dem Ende des Romans konfrontiert.
Der Dreh und Angelpunkt der Handlung ist in jedem Fall der Mord am Grafen Agapet. Jedoch geht es in diesem Roman auch um Familie, Liebe, Schicksal und Vergebung, die die Handlung abrunden. Dabei sind diese Themen nicht nur Nebenschauplätze, die nur angekratzt werden. Eric Walz arbeitet diese Themen wundervoll aus, sodass man Ende nicht das Gefühl hat, dass ein Aspekt unfertig geblieben ist.
„Die Sündenburg“ ist ein spannender, kurzweiliger Roman, der mir viel Freude bereitet hat. Mit diesem Roman werden nicht nur Krimifans ihre mörderische Freude haben.
Ich warte bereits jetzt sehnsüchtig auf den nächsten Roman von Eric Walz!
Eingereicht für die Challenge “Der Geschichte auf der Spur” für die Station: Frühmittelalter (05. – 10. Jahrhundert)
[Rezension] Die Bruderschaft des Schwertes – Christoph Lode
Verlag: Goldmann | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3442473762
Seiten: 496
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 09,99
ET: 04.2011
Konstantinopel 1309. Das byzantinische Reich wird von Unruhen erschüttert. Während Raoul von Bazerat, kaiserlicher Hauptmann und einstiger Gesandter von Papst Bonifatius VIII., in Kleinasien gegen die Osmanen kämpft, wird seine Tochter Naje von beunruhigenden Visionen heimgesucht. Raoul ahnt, dass in den labyrinthischen Gärten und Palästen der Kaiserstadt eine unvorstellbare Gefahr heraufdämmert. Als Barzin Ardeshir, ein geheimnisvoller persischer Kaufmann, Naje mithilfe des fanatischen Schwertbrüderordens entführt, beginnt eine Jagd, die Raoul bis an die Grenzen der bekannten Welt führt …
Meine Rezension
Wir schreiben das Jahr 1309: Der kaiserliche Hauptmann Raoul von Bazerat lebt mit seiner Frau Jada und seiner Tochter Naje in Konstantinopel. Die Drei sind eine glückliche Familie, die ihr Leben gemeinsam genießt.
Doch Naje ist kein gewöhnliches fünfjähriges Kind: Sie hat Visionen, die großes Unheil ankünden.
Als Naje und Jada von dem persischen Kaufmann Barzin Ardeshir verschleppt werden, beginnt für Raoul eine Verfolgungsjagd. Er hofft, seine Familie lebend wieder zu finden und hofft eine Antwort auf die Frage zu finden warum der Kaufmann gerade an seiner Familie Interesse hat….
„Die Bruderschaft des Schwertes“ ist mittlerweile der vierte Roman von Christoph Lode, der seinen Vorgängerromanen in Nichts nachsteht. Auch hier erwarten den Leser wieder Abenteuer und Spannung, aber auch die emotionale Komponente kommt nicht zu kurz.
Zu Beginn des Roman lernt man neben dem Vorsitzenden des Ordens direkt den persischen Kaufmann Barzin Ardeshir kennen. Dieser macht direkt einen harten und unnahbaren Eindruck auf den Leser, der direkt in eine Abwehrhaltung gedrängt wird und ähnlich wie der Ordensvorsitzende Segewold eine starke Abneigung gegenüber dem Kaufmann empfindet. Der Prolog endet dann ziemlich schnell und eher unvorhergesehen und entlässt den Leser direkt nach Konstantinopel, wo er auf alte Bekannte trifft: Denn Raoul von Bazerat und Jada sind dem Leser bereits in Lodes Debutroman „Der Gesandte des Papstes“ begegnet. Im weiteren Verlauf des Romans trifft man auch noch auf Figuren aus dem Roman „Das Vermächtnis der Seherin“. Wenn man diese Romane kennt, ist es ein schönes Gefühl, diese Figuren wieder zutreffen und die ein weiteres Stück ihres Lebens zu begleiten. Diejenigen, die die ersten Romane nicht kennen, brauchen diese auch nicht vor der Lektüre von „Die Bruderschaft des Schwertes“ zu lesen (wobei beide Romane eine Empfehlung wert sind!), da alles was für den vorliegenden Roman wichtig ist, auch noch mal kurz im Roman selbst erwähnt wird.
Nachdem man also einmal in Konstantinopel angekommen ist, bleibt einem nicht viel Zeit und man findet sich schnell auf der Verfolgungsjagd wieder. Aber diesem Zeitpunkt geht die Handlung ihren Lauf und es findet schnell Ortswechsel, aber auch Personenwechsel statt, wenn Raoul und sein Freund Narses eine weitere Station ihrer Jagd erreicht haben.
Trotz der rasanten Handlung bleibt genug Zeit die Charaktere weiter kennen zu lernen. Da man Raoul und seinen Freund Narses die meiste Zeit begleitet, liegt der Fokus eindeutig auf den beiden Gefährten. So erfährt man als Leser, wie es Raoul in den letzten Jahren ergangen ist, was ganz aktuell seine Ängste und Befürchtungen sind und was er sich noch in seinem weiteren Leben wünscht. Auch Narses gibt einiges von sich Preis und so avanciert auch der Byzantiner zum geliebten Helden des Romans.
Wie auch in seinen beiden ersten Romanen verbindet der Autor auch in „Die Bruderschaft des Schwertes“ historische Elemente mit fantastischen Elementen. Doch wie auch schon zuvor, nehmen diese auch hier nicht überhand: Sie ziehen sich wie ein Faden durch den Roman, werden dabei aber nie so dominant, dass man als Leser das Gefühl hat, keinen historischen Roman, sondern einen Fantasyroman in der Hand zu halten. Es ist vielmehr so, dass die fantastischen Elemente sich so gut in die Geschichte fügen, dass man eher den Eindruck hat, dass es sie genauso auch wirklich jetzt und hier geben könnte.
Fazit: „Die Bruderschaft des Schwertes“ ist wieder einmal ein spannender, abenteuerreicher Roman, der mich für mehrere Stunden in seine Welt mitgenommen hat. Der Roman verzaubert den Leser nicht nur mit seinen Charakteren, seiner Atmosphäre und seiner Handlung, sondern auch durch die Handlungsorte, an die er entführt.
Leider war der Roman wie immer viel zu schnell zu Ende und jetzt bleibt wieder nur das Warten auf den nächsten Roman von Christoph Lode.
[Rezension] Das Affenhaus – Sara Gruen

Verlag: Kindler
ISBN: 978-3463406022
Seiten: 406
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 19, 95
ET: 03.2011
Isabel Duncan ist Wissenschaftlerin an einem Institut für Menschenaffen. Sie arbeitet mit Bonobos, einer Schimpansenart, die eine große Begabung für Sprache besitzt. Menschen bleiben Isabel oft ein Rätsel. Wohler als unter ihresgleichen fühlt sie sich bei den ihr anvertrauten Affen. Als eines Tages im Institut eine Bombe explodiert, wird Isabel schwer verletzt. Die Affen flüchten in Panik. Eine dramatische Suche beginnt …
Meine Rezension
Isabel Duncan hat ihr Leben den Bonobos verschrieben. Ihr größtes Glück ist daher das Labor, in dem sie nah mit den Menschaffen zusammen sein kann und eine nahe Beziehung zu ihnen aufbauen konnte.
Alles ist perfekt – bis zu dem Tag, an dem das Labor in die Luft gejagt wird. Isabel wird schwer verletzt, aber ihre größte Sorge ist nicht sie selbst, sondern die Affen: Denn wo diese sind und was auch ihnen geworden ist, scheint lange nicht klar zu sein.
Verzweifelt sucht sie mit der Hilfe des Journalisten John Thigpen nach den Affen.
Der Debutroman der Autorin hat mir seiner Zeit sehr gut gefallen. Ich habe die Atmosphäre, die zum greifen dicht war, geliebt, die Charaktere waren mit viel Liebe zum Detail gestaltet und die Welt des Zirkus ist vor meinen Augen auferstanden.
Es war ein so detailreicher und lebensfroher Roman, dass ich mich auf ihren neuen Roman „Das Affenhaus“ richtig gefreut habe.
Aber für mich läuft der Roman fast ein wenig in der Kategorie „Außer Spesen nix gewesen“.
Mir erschien es fast so, als sei sich die Autorin nicht ganz sicher, was sie mit ihrem Roman möchte: Über die Bonobos berichten, oder das us-amerikanische Medienverhalten kritisieren?
Das Buch fängt ganz beschaulich mit einem Besuch des Journalisten John Thigpen und seinen Kollegen im Haus der Bonobos an. Dieser wird lebhaft geschildert und man bekommt einen sehr plastischen Eindruck vom Charakter dieser Affen. Vor allem merkt man der Autorin an, dass sie selbst von diesen Tieren unglaublich beeindruckt ist.
Allerdings vermittelte mir dieser Anfang bis zu einem gewissen Grad einen falschen Eindruck, denn mit voranschreitender Handlung sind die Affen zwar immer noch Thema und ziehen sich wie ein roter Faden durchs Buch, aber irgendwie scheinen sie nur noch „Mittel zum Zweck“ zu sein.
So geht es immer wieder um die persönlichen Probleme von Isabel Duncan und um die Ehe des Journalisten.
Die Affen kamen mir da wesentlich zu kurz.
Die Handlung selbst ist grade zu Beginn ziemlich beschaulich und kommt erst mal nur langsam in Fahrt. 50 Seiten vor Schluß galten meine Gedanken der Frage, wie man das nun ordentlich zu Ende bringen könnte. Aber wie ich leider feststellen musste gab es wohl nur die Antwort: Gar nicht?!
Das Ende kam mir dann im Vergleich zum Rest des Romans doch sehr plötzlich daher. Zwar werden keine wichtigen Fragen offen gelasssen und alles beantwortet, aber dies nur irgendwie unscheinbar und beinah wie nebenbei.
Das Buch habe ich dann doch eher enttäuscht zugeklappt. Vor allem, da ich mich nicht gegen einen Vergleich mit „Wasser für die Elefanten“ wehren konnte, das meiner Meinung nach um Längen besser ist.
Schade, denn „Das Affenhaus“ hätte ein so toller Roman werden können. Ich hoffe nun auf den nächsten Roman der Autorin.
[Rezension] Im Labyrinth der Fugger – Rebecca Abe

Verlag: Gmeiner Verlag
ISBN: 978-3-8392-1144-1
Seiten: 453
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 12,90
ET: 03.2011
Augsburg, Ende des 16. Jahrhunderts. Nach dem Tod des mächtigen Anton Fugger wird dessen Millionenvermögen gleichmäßig auf alle Nachkommen verteilt. Christoph Fugger, ein Egoist und Frauenfeind, will die Kinder seines Bruders Georg Fugger ins Kloster bringen lassen, um die Zahl der Erben zu dezimieren. Dazu verbündet er sich mit dem Jesuiten Petrus Canisius. Nur Georg Fuggers Tochter Anna ahnt, welch perfides Spiel der Augsburger Domprediger treibt …
Meine Rezension
Die Fuggerfamilie ist die wohl berühmteste und einflussreichste Familie in Augsburg. Bei ihr stehen sogar Adelige und Kleriker in der Schuld.
Als das Familienoberhaupt stirbt, versucht Christoph Fugger die Anzahl der möglichen Erben zu verringern, damit für ihn mehr übrig bleibt. Dazu schmiedet er einen Plan mit dem Jesuiten Petrus Canisius: Christophs Nichten und Neffen sollen allesamt im Kloster verschwinden.
Darunter auch Anna Jacobäa Fugger….
Der Klappentext verspricht einen spannenden Renaissance-Thriller. Während ich den „Thrill“ vergeblich gesucht habe im Roman, traf ich auf einen durchaus lesenswerten und bei Zeiten auch spannenden Roman, aber ich wäre vorsichtig, auf Grund dieser Bezeichnung auch eine Art Thriller zu erwarten.
Rebecca Abe erzählt die Geschichte von Anna Fugger, die tatsächlich mit ihren Geschwistern auf Grund einer Intrige ihres Onkels im Kloster landet. Dies wird durchgängig aus Annas Sicht geschildert und lässt den Leser eine besondere Beziehung zu ihr aufbauen. Die Erzählweise hat natürlich zur Folge, dass man als Leser nur wenig mehr weiß als Anna wissen kann.
Und genau das hat mich zuweilen wirklich gestört, denn wenn ich nicht gewusst hätte durch den Klappentext, dass es bei der Klostergeschichte um Manipulation handelt, hätte ich wirklich fragend vor dem Buch gesessen, denn das Thema Intrige durch Christoph Fugger findet kaum bis gar keine Erwähnung. Daher hatte ich nicht selten das Gefühl, dass ich so vor mich hinlese und keinen blassen Schimmer hatte, wohin die Geschichte führen soll. Irgendwie fehlte mir eine Art roter Faden. Daher war ich zum Ende des Buches hin auch etwas enttäuscht, dass es schon zu Ende ging, denn während vieles im Vorfeld sehr ausführlich beschrieben wurde, geriet das Ende doch irgendwie eher kurz und mir fast zu plötzlich.
Trotz dieses Kritikpunktes hat mir das Buch unterm Strich gut gefallen, denn ich habe einen Einblick in eine Familie bekommen, die mir schon sehr oft in anderen Romane begegnet ist und mich wirklich interessierte. So regte mich dieser Roman sogar dazu an, mir ein Sachbuch über die Familiengeschichte der Fugger zu kaufen.
Besonders gut gefallen haben mir die Charaktere.
Die Autorin hat es geschafft aus allen Personen, die schon so lange tot sind, wieder lebendige Persönlichkeiten zu schaffen und diese in all ihren Facetten zu beleuchten. So ist Anna nicht unbedingt nur die Gute, während ihr Bruder Phillip durch und durch Böse ist. Sie schafft Zwischenräume in ihren Charakterbeschreibungen und lässt die Familie Fugger authentisch erscheinen.
Abgerundet wird der Roman durch eine wie immer liebevolle Gestaltung durch den Gmeiner Verlag.
Auch wenn mich „Im Labyrinth der Fugger“ nicht absolut überzeugen konnte, so hatte ich doch ein paar schöne Lesestunden mit dem Roman und ich hoffe wirklich, dass Rebecca Abes nächster Roman wieder ein historischer sein wird, denn trotz Kritikpunkte hatte ich das Gefühl von der Autorin mit auf eine kleine Zeitreise genommen worden zu sein.



