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[Rezension] Die Sündenburg – Eric Walz

Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3442376964
Seiten: 448
Ausgabe: Paperback
Preis: €12, 00
ET: 06.2011
Anno Domini 912, am Oberrhein. Der alte Graf Agapet wird in der Burgpfalz hinterrücks ermordet. Kurz darauf heiratet seine Witwe, Gräfin Claire, erneut. Claires Tochter Elicia will den Tod ihres Vaters nicht ungesühnt lassen und stellt Ermittlungen an. Hatte ihre Mutter schon seit Längerem eine Liebesaffäre? Hat sie ihren Gatten ermorden lassen, ihn womöglich selbst getötet? Von Tag zu Tag werden Elicia ihre Mutter und ihr neuer Stiefvater immer verdächtiger…
Meine Rezension
912. Deutschland. Oberrhein.
Graf Agapet wird in seinem Bad ermordet, kurz nachdem er aus dem Krieg zurückkehrt. Seine Frau Claire heiratet gerade mal zwei Tage später einen anderen Mann und für die Tochter Elicia steht fest: Die Mutter und ihr Liebhaber haben den geliebten Vater heimtückisch ermordet, um den Weg für den Liebhaber freizumachen.
Doch auch Elicia scheint ein Motiv zu haben, ebenso wie ihr Mann Baldur, die Leibeigene Bilhildis und die Ungarin Kara, die Agapet als Trophäe aus der Schlacht mitgebracht hat.
Alles scheint kompliziert und verworren, als der Schultheiß Malvin die Ermittlungen aufnimmt und schon bald weiß er nicht mehr, wem er glauben kann und wem nicht…
„Die Sündenburg“ ist der neue historische Krimi von Eric Walz, der den vorangegangen Romanen in nichts nachsteht.
In dem gewohnten lockeren und dennoch bodenständigen Sprachstil, erzählt der Autor wieder einmal von einem Verbrechen, dass lange vor unserer Zeit geschehen ist. Das Besondere ist diesmal die Erzählperspektive: Kannte man z.B. aus „Die Giftmeisterin“ nur eine Ich-Erzählerin, so erzählen in „Die Sündenburg“ gleich fünf Menschen von den Tagen nach dem Mord. Zu Beginn mag dies erst gewöhnungsbedürftig sein, doch schnell lernt man die Vorzüge dieser Erzählperspektive schätzen.Denn diesmal erzählen alle beteiligten die Geschehnisse aus ihrer Perspektive, man lernt sie kennen und erhält somit ein ungefiltertes Bild der/des Erzählenden.
Die Figuren selbst erzählen in ihren Abschnitten ehrlich und unverblümt und lassen den Leser so an ihrem Leben teilhaben. Man hat wirklich das Gefühl, diese Charaktere kennenzulernen.
Die Handlung selbst hält sich nicht mit Unnötigem auf, sondern strebt schnell dem Höhepunkt – der Aufdeckung des Mörders – entgegen. So fliegen die Seiten nur so dahin und man sieht sich schneller als einem lieb ist mit dem Ende des Romans konfrontiert.
Der Dreh und Angelpunkt der Handlung ist in jedem Fall der Mord am Grafen Agapet. Jedoch geht es in diesem Roman auch um Familie, Liebe, Schicksal und Vergebung, die die Handlung abrunden. Dabei sind diese Themen nicht nur Nebenschauplätze, die nur angekratzt werden. Eric Walz arbeitet diese Themen wundervoll aus, sodass man Ende nicht das Gefühl hat, dass ein Aspekt unfertig geblieben ist.
„Die Sündenburg“ ist ein spannender, kurzweiliger Roman, der mir viel Freude bereitet hat. Mit diesem Roman werden nicht nur Krimifans ihre mörderische Freude haben.
Ich warte bereits jetzt sehnsüchtig auf den nächsten Roman von Eric Walz!
Eingereicht für die Challenge “Der Geschichte auf der Spur” für die Station: Frühmittelalter (05. – 10. Jahrhundert)
Lesezeit
So, meinen Nachttisch haben in letzter Zeit wieder ein paar Bücher passiert.
Darunter z.b. auch Tom Finnek’s Roman „Unter der Asche“. Dazu war ich mal wieder so fleißig und habe endlich mal wieder eine Rezension verfasst.
Zu den beiden Romanen, die ich danach gelesen habe, sieht es mit Rezensionen wieder mal schlecht aus.![]()
Ich habe mich nach etwas längerer Zeit mal wieder ins Fantasygenre begeben und habe den zweiten Teil der Belgariad-Saga von David Eddings gelesen: Queen of sorcery. Dieser Teil hat mir wieder sehr gut gefallen. Endlich kommt in die Geschicht mal ein wenig Schwung und da ich nach Band 1 auch mit vielen der vorkommenden Völker vertraut war, flogen die Seiten nur so dahin. Was mich an den Büchern von Eddings bis jetzt positiv überrascht ist, dass sie ohne großes Tam-Tam auskommen: Seine Charaktere sind einfach, die Handlung ebenfalls. Und die Dialoge sprühen oft nur so vor Ironie und Zynismus, was das Lesen oftmals sehr lustig werden lässt.
Nach meinem Ausflug nach Belgariad, bin ich in klassische Gefilde abgetaucht und habe mir mit Emily Bronte’s Wuthering Heights die Zeit vertrieben. Der Roman lag übrigens fast 5 Jahre auf meinem SuB!
Nachdem ich einige Schwierigkeiten hatte, mich im Roman zurecht zu finden, war ich aber bald wirklich angetan und konnte es kaum erwarten weiter zu lesen. Was mich genau so gefesselt hat, weiß ich nicht, denn Wuthering Heights ist ja doch sehr, mhm, düster. Es stinkt nur so vor Hass, Intrigen, Rache und Zerstörungswut. Aber vielleicht war es genau das, was mich so fasziniert hat. Auf jeden Fall lag der Roman viel zu lange auf dem SuB und ich bin froh, ihn endlich davon befreit zu haben!
Meine ganz aktuelle Lektüre ist endlich der neue historische Roman von Eric Walz: Die Sündenburg.
Ich bin ja wirklich ein Fan seiner Romane und daher dürfte es kaum verwundern, dass ich bereits nach 85 gelesenen Seiten absolut begeistert bin und mich schon auf das Weiterlesen freue.
Da ich das Buch in einer Leserunde mit dem Autor lese und es zusätzlich für die „Der Geschichte auf der Spur“-Challenge verwenden möchte, wird es dazu auf jeden Fall eine Rezension geben, weswegen ich jetzt mal meinen Mund halt. ![]()
[Rezension] Unter der Asche – Tom Finnek

Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3431037821
Seiten: 645
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 22, 95
ET: 09.2009
Es ist eine Stadt voller Menschen, die in den Schatten leben. Der Straßenjunge Geoff, der in einem Taubenschlag haust. Seine schöne Schwester Jezebel, die in einer verrufenen Kneipe Bier ausschenkt. Der Künstler James Hollar, der ein Bild von ihr malt. Der Gauner Ray Webster, der vom Dieb zum Dichter wird. Menschen besessen von Kunst, von Religion, von Hass oder dem schieren Hunger nach Leben. Ein Mord an der Themse, ein seltsamer Eremit auf einem Friedhof, ein Grabstein, der eine alte Geschichte von Schuld und Sühne erzählt. Aus diesem Gemisch entspringt der Funke, der ganz London in Brand setzen wird.
Meine Rezension
All the world’s a stage,
And all the men and women merely players
~ William Shakespeare – As you like it ~
Und auch die Protagonisten aus Tom Finnek’s Roman „Unter der Asche“ dürften sich nicht nur einmal wie Spieler in einem Theater vorgekommen sein – auch der Leser wird in eine eigene Welt entführt und ist wie im Theater ganz nah dabei.
London im Jahr 1666: Kurz vor dem legendären Feuer, dass die Stadt verschlingen wird, erlebt der junge Geoffrey Ingram und seine Familie das Abenteuer ihres Lebens: Liebe, Enttäuschungen, Lügen und mehr als eine Wahrheit…und manchmal wissen alle nicht, wo ihnen der Kopf steht.
Mit sehr großer Freude habe ich endlich Tom Finnek’s Roman „Unter der Asche“ gelesen, nachdem ich ihn mir bereits im Januar 2010 gekauft habe. Und dieser wunderbare Roman kam grade zur rechten Zeit, da ich drauf und dran war in einer Lesekrise zu versinken.
Direkt zu Beginn begegnet man dem jungen Geoffrey Ingram – dieser erzählt dem Leser ungeblümt, ehrlich und frisch von der Leber weg von seinem Leben. Obwohl der junge Ingram erzählt wie im der Mund gewachsen ist und dies manchmal ein wenig ‘schnoddrig’ daher kommt, macht sein Erzählstil gerade diesen Erzählstrang zu einem echten Highlight des Romans.
Neben Geoffrey gibt es noch weitere Erzählstränge, die alle einem Protagonisten gewidmet sind. Neben der durchaus spannenden Handlung, sind es aber auch die Figuren, die einem als Leser wirklich ans Herz wachsen: Alle sind keine Adeligen oder sonst wie vom Glück verwöhnte Menschen, die plötzlich unter einer Katastrophe zu leiden haben. Nein, Finnek lässt ganz normale Bürger zu Wort kommen. Menschen, die einem damals zu Hauf auf der Straße begegnet wären. Es sind Figuren, die alle authentisch sind – keine Figur ist nur böse, oder nur gut, oder nur einfach tollpatschig oder glücklich. Alle haben ihr persönliches Schicksal zu tragen und zu erdulden – und sind dadurch absolut glaubwürdig und authentisch.
Besonders gelungen war meiner Meinung nach das Spiel mit der Wahrheit und der Lüge: Im Roman geht es u.a. auch darum Geheimnisse aufzudecken und der Autor zeigt glaubhaft und sehr detailliert, wie verschiedene Personen ein und dieselbe Begebenheit unterschiedlich auffassen und so eine Geschichte gleich mehrere Versionen bekommt.
Dieses Spiel mit Fakten läd den Leser ein, sich eine eigene Version der Ereignisse zu spinnen.
Im Roman spielt ein Theater eine nicht unwesentliche Rolle – und um in genau diesem Metier zu bleiben: Viele dank an den Autor für dieses Theaterstück und vielen Dank an die Figuren für ihr grandioses mitwirken!
Eine absolute Buchempfehlung!
Mein Kindle und ich…
So, nachdem ich bereits vor 2 Wochen habe verlauten lassen, dass ich einen Kindle gekauft habe, kommt hier dann endlich ein kleiner, kurzer Lesebericht. ![]()
Ich habe mich ja auch ehrlich gesagt lange gegen E-Books und Reader gewehrt. Lesen und das Lese-Feeling gingen für mich nur mit einem gedruckten Buch, in dem man blättern kann und das man fühlt. Mit einem Reader? Nicht möglich….
Doch dann fing vor 2 Monaten mein Platz für Regale und Stellplätze endgültig an, knapp zu werden. Und zwar so knapp, dass es für mich langsam haarig wurde. Also habe ich den Kindle in erster Linie aus Platzersparnisgründen gekauft.
Nachdem ich dann den Kauf-Button betätigt hatte (ich habe mir übrigens die teure Version mit WiFi und 3G gegönnt), habe ich mich unbändig darauf gefreut, dass endlich die SMS kommt und mich zur Packstation rief.
Als dann vorletzten Samstag besagte SMS kam, war ich innerhalb von 30 Sekunden angezogen und habe im Auto gesessen auf den Weg dorthin.
Und was soll ich sagen? Mein Kindle und ich….es war Liebe auf den ersten Blick!
Ich möchte hier jetzt nicht den Kindle mit seinen Funktionen beschreiben; dazu gibt es die Anleitung. Da ich jetzt aber öfter gelesen habe, dass der Kindle so schwer zu bedienen sei, möchte ich gegen halten: Nein, für mich ist er nicht schwer bedienbar. Im Gegenteil: Ich finde ihn intuitiv und einfach gestaltet und ich bin sogar so dreist und behaupte: Wer den Kindle nicht bedienen kann, muss auch beim iPod oder Handy Probleme mit der Bedienung haben.
Nachdem ich ihn also ausgepackt und erst einmal geladen habe, ging dann schon das erste Einkaufen über WiFi los.
Zum Laden: Ich werde mir vorerst kein seperates Aufladekabel kaufen, was immerhin stolze 20 € kostet. Denn selbst im dauerhaften Sleepermodus und regelmäßigen Lesen hält der Akku wirklich lange. Das heißt: ich benutze den Kindle tagtäglich mindestens 1 Stunde und das seit 2 Wochen und musste ihn noch nicht erneut laden. Wenn ich ihn also mal laden muss, werde ich das über USB am PC machen. Einziger Tipp: WiFi ausschalten, wenn man nicht gerade shoppt, denn WiFi zieht nur unnötig Akku.
Zum Einkaufen: Ist das WiFi eingerichtet, ist das Einkaufen im Kindleshop von der Couch aus kein Problem. Es ist einfach und geht wirklich schnell. Übrigens: Viele Klassiker können kostenlos gedownloadet werden!
Die gekauften E-Books kann man dann in Sammlungen ordnen. Ich habe zur Zeit: Wörterbücher (den Duden, sowie den Amerikanischen und Britischen Oxford gibt es umsonst automatisch dazu!), Kindle, Klassiker und Historische Romane.
Das Lesen selbst ist sehr angenehm! Durch die E Ink Pearl-Technologie hat es fast den Anschein, als würde man in einer Printausgabe lesen. Das ist wirklich schön, da so die Augen nicht wie beim Lesen am PC ermüden und so kann ich locker auch mit dem Kindle stundenlang lesen.
Das Umblättern funktioniert auch sehr gut und geschieht wirklich schnell, sodass dies auch mit dem Umblättern in einer Printausgabe vergleichbar ist!
Klar, der Kindle ist kein Buch und so ist das Lesen mit ihm natürlich nicht exakt wie das Lesen einer Printausgabe, aber ich bin wirklich überzeugt vom Kindle, denn mir fehlt nichts. Es ist ein anderes Lesen, aber für mich kommt es stark an das Lesegefühl einer Printausgabe heran.
Ich werde daher in Zukunft Bücher vorwiegend als E-Book kaufen.
Natürlich gibt es für den Kindle schon allerhand Schnick-Schnak. Zum Beispiel GelaSkins. Ich habe mir eine gegönnt und mein Kindle ist so nun ein wunderschönes Schmuckstück. Die Skins sind qualitativ sehr gut und daher ihre 20 € wert. Und natürlich habe mich mir eine Hülle gekauft. Diese ist auch sehr gut verarbeitet und fühlt sich sehr gut an. Dennoch finde ich im Endeffekt 35 € dafür eher teuer. Aber verzichten wollte ich darauf dennoch nicht, denn wenn der Kindle doch mal was liegt, soll kein Staubkörnchen die Gelegnheit haben, sich irgendwo zwischen zu fummeln.
So, das ist so mein erster Eindruck und ich möchte euch nicht stundenlang zutexten. Daher: Möchtet ihr noch etwas bestimmtes wissen? Dann fragt mich! ![]()
[Rezension] Der Purpurhimmel – Laila El Omari

Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426506745
Seiten: 711
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 9, 99
ET: 03.2011
1778: Das Leben der Offizierstochter Olivia Kilbourne ändert sich schlagartig, als ihr Vater nach Gibraltar versetzt wird. Ihre Eltern entzweien sich, ihre Geschwister scheinen etwas vor ihr zu verbergen, und der Offizier Sir John Retallick drängt sie in eine Ehe. Trotz der Unnahbarkeit, die ihn umgibt, verliebt sich Olivia in ihn. Als es zur Belagerung von Gibraltar kommt, spitzt sich ihr Schicksal jedoch dramatisch zu. Ein düsteres Geheimnis verbindet John und ihre Familie, und Olivia wird hineingezogen in ein Spiel um Vergeltung, Intrigen und Verrat.
Meine Rezension
Als Olivia Kilbourne mit ihrer Familie im Sommer 1778 in Richtung Gibraltar aufbricht, kommt ihr dies wie eine Strafe vor: Sie will eigentlich lieber in England bleiben, bei ihren Freundinnen, in ihrer Heimat und so ist sie ihrem neuen Leben alles andere als aufgeschlossen.
Die junge Frau ahnt noch nicht, dass die Halbinsel, die erst seit rund 70 Jahren zu Großbritannien gehört, ihr Leben komplett auf den Kopf stellen wird: Denn Sir John Retallick zwingt Olivia in eine Ehe und zieht sie so in einen Sumpf aus Hass, Rachsucht, Intrigen und Verrat.
„Der Purpurhimmel“ ist der erste Roman, den ich von Laila El Omari gelesen habe, aber es wird definitiv nicht mein Letzter sein
Von Anfang an hat mich die Sprache der Autorin in den Bann gezogen: Bereits die ersten Worte sind klangvoll, kräftig und dennoch sanft. So fällt nicht nur der Einstieg in den Roman besonders leicht, denn die Seiten fliegen nur so dahin. Auch der Verlauf der restlichen 700 Seiten wird so regelmäßig wie Wellen, die in einem gemäßigten Rhythmus gegen die Felsen Gibraltars schlagen.
Neben der Sprachgewalt besticht der Roman durch seine Figuren.
Man lernt in erster Linie Olivia Kilbourne kennen, die Dreh und Angelpunkt der Geschichte ist. Zu Beginn ist sie noch schüchtern, naiv und unbeholfen. Doch mit jeder Seite und jeder neuen Erfahrung merkt man, wie sich Olivia verändert, wie sie erwachsen und auch reifer wird.
Beinah ebenso interessant wie Olivia sind ihre Geschwister Stanley und Ruby, sowie ihr späterer Ehemann John Retallick. Diese drei Figuren bleiben jedoch fast bis zum Schluss Figuren mit Konturen, die darauf warten ausgefüllt zu werden. Man weiß in erster Linie nur, dass diese drei eine gemeinsame Vergangenheit verbindet und das dieses Band auch noch in Gibraltar besteht. Doch was genau das Geheimnis der drei ist, erfährt man nur in Bruchstücken während man der Handlung auf der Insel folgt. Ergänzt wird diese immer wieder durch Rückblenden, die nach und nach das Bild vervollständigen.
Der Fokus liegt während des gesamten Buches auf den Protagonisten, aber die Autorin flechtet auf eine unaufdringliche Art auch historisches Geschehen mit ein: So erleben die Protagonisten die Blockade durch Spanien zum Endes des 18.Jahrhunderts. Die Autorin gewährt dabei Einblicke in das Leben der Bevölkerung, die unter der Blockade leiden musste, erklärt, wie das Militär arbeitete, um die Insel zu verteidigen und wie man versucht hat, die Spanier zu bezwingen.
Als Leser hat man so die Gelegenheit tief in die Kargheit der Insel und in das Leben auf der Insel einzutauchen. Ich habe mich zu jeder Zeit den Protagonisten nah gefühlt und war wirklich tot traurig, als ich das Buch beenden hatte.
Ich wäre gerne länger auf Gibraltar geblieben und habe nur ungern das Schiff Richtung Realität bestiegen.
Eingereicht für die Challenge “Der Geschichte auf der Spur” für die Station: Kolonialisierung
Lesezeit
Meine “Ich lese gerade”-Posts werde ich einstellen. Statt dessen klaue ich mir eine Idee, die ich bei Katha gesehen habe. Anstatt euch zu zeigen, was ich lese und zwei Posts später die Rezension zu präsentieren, wird es ab und an ein Sammelpost geben. Und zugegeben: Bis zu einem gewissen Grad kann ich mir dadurch die ein oder andere Rezi ersparen, was mir zur Zeit ehrlich zu pass kommt… ![]()
Nachdem ich in den Juni mit dem aktuellen Buch von Kate Morton gestartet hatte, ging es direkt mit einer Leserunde weiter. Gelesen habe ich dabei Das Spiel der Gauklerin von Sabrina Capitani. In diesem Buch bin ich mit der Spielfrau Pauline in Leipzig gewesen und habe ihr geholfen eine Entführung aufzuklären. Insgesamt hat mir das Buch schon gefallen, allerdings fehlte beim Schluß etwas: Dieser kam irgendwie zu abrupt und zu gewollt. Das alles wirkte nicht rund und es ist nicht verwunderlich, dass die Autorin am liebsten die Geschichte weiter schreiben würde.
Danach habe ich mal zu einem von mir eher ungelesenen Genre zugewandt: dem Krimi.
Den Beginn machte mit In weißer Stille der zweite Dühnfortkrimi von Inge Löhnig. Ich war sehr schnell im Buch drin und habe den Krimi im wahrsten Wortsinn verschlungen. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal wirklich das Bedürfniss hatte eine Nacht durch zu lesen?! Die Auflösung des Kriminalfalls hat wirklich bis zum Schluß gedauert. Ich wusste also nicht schon auf den ersten 50 Seiten bescheid, wer den nun der Mörder ist. Da mir Band 2 um Tino Dühnfort so gut gefiel, habe ich direkt mit dem dritten Band begonnen: So unselig schön. Zwar ist mir der Einstieg hier nicht so leicht geglückt, aber: die Leiche ist gefunden und ich gehe heute noch weiter auf die Suche nach dem Mörder…
Die fernen Stunden – Kate Morton

Verlag: Diana Verlag | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3453290945
Seiten: 716
Ausgabe: Hardcover
Preis: € 21, 99
ET: 12.2010
Es beginnt mit einem verloren geglaubten Brief. Ein halbes Jahrhundert hat er darauf gewartet, gelesen zu werden. Die Suche nach dem Absender führt die junge Edie nach Milderhurst Castle, wo seit Jahrzehnten die exzentrischen Blythe-Schwestern leben. Als Edie das verfallene Schloss betritt, beginnt sie zu ahnen, dass hinter den alten Mauern der Schlüssel zur rätselhaften Vergangenheit ihrer Mutter liegt.
London 1939: Als die ersten Bomben auf die Stadt fallen, befindet sich die zwölfjährige Meredith mit einer Gruppe evakuierter Kinder auf dem Weg nach Kent, wo sie Zuflucht bei einer fremden Familie findet. Staunend und eingeschüchtert zieht sie auf das herrschaftliche Milderhurt Castle, wo die siebzehnjährige Juniper mit ihren Zwillingsschwestern und ihrem Vater, dem bekannten Schriftsteller Raymond Blythe, lebt. Sie taucht ein in eine Welt der Geschichten und der Fantasie — bis etwas geschieht, das das Leben des Mädchens für immer verändert. Nie ist sie nach Milderhurst zurückgekehrt, doch das Auftauchen eines lange verschollenen Postsacks führt ihre Tochter Edie auf die Spur einer geheimnisvollen Vergangenheit. Innerhalb der düsteren Gemäuer kommt mehr ans Licht, als Edie sich je hätte vorstellen können. Damals geriet auch die Welt der jungen Juniper Blythe aus den Angeln, doch vielleicht ist es noch nicht zu spät, Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu versöhnen.
Wieder erschafft Kate Morton eine Welt voller Zauber und Geheimnisse, die einen bis zur letzten Seite fesselt.
Meine Rezension
Manchmal nimmt das Leben merkwürdige Wendungen: 50 Jahre nach Ende des 2.Weltkrieges findet eine Tochter einen Sack alter Briefe auf dem Dachboden ihres verstorbenen Vaters. Dieser hat damals nach einer durch zechten Nacht die Briefe nicht ausgeliefert und so gelangen die Empfänger erst ein halbes Jahrhundert später in den Besitz ihrer Einladungen, Geburtstagskarten und Liebesbriefe.
Auch Edie Burchills Mutter ist Empfänger eines solches Briefes und mit dem Brief lernt Edie ihre Mutter erst kennen. Und mit ihr die Blytheschwestern, die immer noch auf Schoß Milderhurst leben….
Als ich die letzte Seite dieses 700 seitigen Schmökers aus der Hand gelegt hatte, hatte ich immer noch eine Gänsehaut. Kate Morton erzählt die Geschichte einer Familie, die in ihrer eigenen Welt lebt auf eine spannende, mysteriöse und schaurig schönen Weise.
Der Roman beginnt mit einem Brief, der 50 Jahre verschollen war. Mit diesem Brief tritt Edie Burchill eine Reise in die Vergangenheit ihrer Mutter, aber auch in die Vergangenheit einer interessanten und verschrobenen Familie an.
Diese Familie besteht zum Zeitpunkt, als Edie diese auf ihrem Schloss besucht, aus den drei Schwestern Blythe: Percy, Saffy und June. Alle drei sind nun betagte Damen und durch und durch verschroben und exzentrisch. Es ist nicht leicht mit ihnen auch nur eine normale Unterhaltung zu führen und man fragt sich wie Edie, warum die Drei so sind wie sie sind und was sie erlebt haben, dass sie sich auf ihrem Schloss verkriechen und sich in der Welt kaum blicken lassen.
Gemeinsam mit Edie geht man auf Spurensuche und taucht ein in eine andere Welt: ins England der vierziger Jahre.
Die Autorin schafft es mit ihrem Schreibstil die Tage des zweiten Weltkrieges wieder auferstehen zu lassen und man meint beinah, dass man neben den Schwestern steht und die deutschen Bomber, die England bedrohen selbst hören kann. Kate Morton nimmt ihre Leser so mit auf eine Zeitreise und gewährt Einblicke in die Geheimnisse einer Familie.
Diese Geheimnisse legt die Autorin erst zum Schluss offen, sodass man als Leser selbst wie Edie rätseln kann und darf.
Bei all der Geheimniskrämerei kommen aber die Gefühle nicht zu kurz: Man liest von Wünschen, Träumen, Sehnsüchten und Hoffnungen. So werden vor allem die Schwestern lebendig und man hat am Ende des Romans ein wenig das Gefühl, sie zu kennen, mit ihnen ein Stück ihres Lebens zusammen gegangen zu sein.
Als ich das Buch zugeklappt habe, hatte ich sogar ein paar Tränen in den Augen. Nicht nur, dass die Geschichte etwas tragisches hat, ich musste mich auch von lieb gewonnen Figuren verabschieden und in meine eigene kleine Welt zurückkehren, die mir mit einem Mal etwas trostlos vorkam ohne die Geschwister Blythe.
Fazit: „Die fernen Stunden“ ist ein faszinierender Schmöker, der zum träumen einlädt und einen in eine anderen Welt entführt. Leser, die gerne Familiengeschichten lesen und verschrobenen Charakteren etwas abgewinnen können, werden das Buch lieben!
Meine Orchideen
JED hat sich Bilder meiner Orchideen gewünscht und dem Wunsch komme ich gerne nach.
Meine beiden Mini-Phlopsen. Leider sind beide schon abgeblüht…. ![]()
Meine Gelbe ist leider auch schon abgeblüht, aber die anderen erfreuen mich weiter mit schönen und ausdauernden Blüten.
Ich lebe und lese noch….
Mein letzter Beitrag ist mittlerweile schon etwas über einen Monat her – längst Zeit also, mich mal wieder zu Wort zu melden.
Tja, was soll ich sagen? Bei mir geschehen seit letzten September immer wieder Dinge, die mich für einige Zeit durch den Wind wehen.
So auch Anfang Mai wieder geschehen. Ich habe wochenlang in einem tiefen Loch gesessen und hatte genug Zeit mir ein paar Gedanken über mein Leben zu machen.
Und dieses krempel ich mehr oder minder komplett um. Ich setze jetzt andere Prioritäten, gebe anderen Wünschen und Interessen nach, was auch ein wenig Auswirkungen auf meinen Blog haben wird.
Lesen bleibt zwar ein wichtiges Hobby für mich, aber dennoch ist es im Stellenwert doch ein wenig gesunken, was vor allem daran liegt, dass ich jetzt beginne wieder neben dem Lesen andere Hobbies zu pflegen (nehmen wir alleine meine Kakteen und Orchideen).
Das hat zur Folge, dass es hier zwar ab jetz wieder regelmäßig Rezensionen geben wird, aber sollte es mal länger etwas still sein, lese ich wohl grade einen Wälzer, den ich nicht mehr so schnell bewältige ![]()
Ich hoffe, ihr seht es mir nach uns schaut weiterhin ab und an bei mir vorbei! Ich würde mich freuen…













