Archiv für November 2009

Die Hure von Rom – Eric Walz

Verlag: Blanvalet | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3442367191
Seiten:
448
Ausgabe:
Broschiert
Preis:
€ 12,00
ET:
09.2008
Im Mai 1552 ist ganz Rom in Aufruhr: Die Geliebte des Papstes ist ermordet worden. Der junge Jesuit Sandro Carissimi, der im Auftrag des Papstes ermittelt, ahnt, dass sogar seine eigene, ihm seit langem entfremdete Familie die Hure des Papstes kannte. Dann aber erhält Sandro unerwünschte Hilfe: Ausgerechnet die lebenslustige Glasmalerin Antonia Bender – eine Frau, die Sandro seit ihrer ersten gefährlichen Begegnung in Trient unglücklich liebt – stellt für ihn in der Unterwelt der Huren und Verbrecher neugierige Fragen. Der Streit zwischen den Liebenden führt Antonia in die Arme eines Mannes, der sie Sandro und ihre Liebe vergessen lassen könnte – und der für Sandro und Antonia hoch gefährlich ist …

Meine Rezension

Rom 1552: Maddalena Nera, geliebte des Papstes wird tot in ihrer Villa aufgefunden.
Der Papst, der auf Rache aus ist, betraut seinen Visitator, Sandro Carissimi, mit den Ermittlungen.
Doch schon wie in Trient muss Sandro nicht alleine auf Verbrecherjagd gehen. Auch diesmal hilft ihm die Glasmalerin Antonia Bender, die ehemalige Hure Carlotta da Rimini und Hauptmann Forli.
Und auch diesmal taucht Sandro ein in eine Welt voller Intrigen, Hass, Sehnsüchten und Gier.

Vor genau zwei Jahren, im November 2007, habe ich den ersten Teil Die Glasmalerin gelesen.
Und obwohl ich dachte, dass ich doch in dieser relativ langen Zeit vieles vergessen habe, war es aber beim Lesen der ersten Seiten von Die Hure von Rom beinahe so, als hätte ich den Vorgängerband gerade erst beendet. Obwohl zwischen beiden Teilen einige Zeit liegt, ist es fast so, als ob beide nahtlos in einander übergehen.

Der Kriminalfall ist diesmal komplexer und ausgetüftelter als im ersten Band und es wirkt fast so, als hätte der Autor nie etwas anderes getan, wie Kriminalromane zu schreiben.
Das Ermittlerduo Sandro Carissimi und Hauptmann Forli stellt dabei fast das Highlight des ganzen Romans dar: Sandro, der selber nicht nur unglücklich in die Glasmalerin Antonia Bender verliebt ist, sondern auch mit sich selbst im Allgemeinen im unreinen ist, hat Alkoholprobleme und ist somit nicht gerade ein vorbildlicher Ermittler. Doch auch Hauptmann Forli, der darauf aus ist, nach einer erfolgreichen Ermittlung befördert zu werden, hat so seine Probleme.
Zusammen ergeben die beiden ein ungewöhnliches, aber absolut liebenswertes Ermittlerduo.

Während es mir beim 1.Teil schwer fiel, zu sagen, wen ich besonders mochte und wen nicht, konnte ich diesmal meine Sympathien sofort verteilen.
Sandro avancierte bereits auf den ersten 20 Seiten zu meinem absoluten Liebling, was nicht zuletzt daran liegt, dass das Buch zu einem nicht unerheblichen Teil aus Sandros Sicht geschildert wird. Walz verleiht vor allem ihm eine unglaubliche Tiefe und Glaubwürdigkeit, die mir z.B. gerade bei Antonia irgendwie fehlte.
Mit dem päpstlichen Kammerdiener Massa wiederum, hat Walz ein echtes Ekel geschaffen, von dem ich immernoch hoffe, dass er seine gerechte Strafe noch bekommt.

Unterm Strich ist Die Hure von Rom wesentlich stärker als sein Vorgänger. Einziger Nachteil: das Buch endet mit einem Cliffhanger, der eigentlich verlangt, dass man sofort zum dritten und letzten Band greift.

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