Archiv für August 2009
Die Geschichte einer Ehe – Andrew Sean Greer
Verlag: Fischer
ISBN: 978-3100278180
Seiten: 208
Ausgabe: Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
Preis: € 19,95
ET: 08.2009
»Wir glauben, die zu kennen, die wir lieben.« Ein Roman über das Geheimnis eines Lebens und die erschütternde Zärtlichkeit der Liebe.
San Francisco: Draußen am Strand glaubt sich Holland sicher – hier in seinem kleinen Haus mit seiner Frau Pearlie und dem Sohn. Doch die Vergangenheit klopft an die Tür, und Pearlie begreift, dass sie nur ein Teil in einem Dreieck ist. Drei Außenseiter, die mit ihren Leidenschaften ringen, und ein Gebot von 100.000 Dollar, um dem Leben eine neue Richtung zu geben – die Geschichte einer Ehe.
Meine Rezension
We think we know the ones we love
San Francisco 1953: Pearlie ist verheiratet, hat einen Sohn, einen kleinen Hund und ein Haus in direkter Meernähe. Ihr Ehe könnte glücklicher sein, denn ihr Mann Holland – Kriegsveteran – leidet an einem schlechten Herzen und so versucht Pearlie, alles laute, alles grausame aus dem Leben ihres Mannes zu verbannen, ihn zu beschützen.
Alles geht seinen Gang; jeden Tag immer auf die selbe Weise…
Doch als ein gewisser Buzz eines Tages an ihrer Tür klingelt, sollte sich Pearlie´s Leben ändern….
Geschichte einer Ehe ist bereits der dritte Roman des amerikanischen Autors Andrew Sean Greer.
Nach seinem riesen Erfolg mit „Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli“ und seinem absolut bescheidenen Debut „Die Nacht des Lichts“ war ich mehr als gespannt auf diesen Greer; ich wollte wissen, in welche Schublade ich Greer „stecken darf“: eher in die von Tivoli oder die des Debutromans?
Prinzipiell in die des Tivolis, allerdings bin ich bei weitem nicht so glücklich mit dem Buch wie es mit dem Tivoli war.
Ähnlich wie den Tivoli lässt Greer Geschichte einer Ehe mit einem Satz beginnen, der sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht und eigentlich das Thema des Buches zum Ausdruck bringt: We think we know the ones we love (deutsch: Wir denken, wir kennen die, die wir lieben).
Pearlie erzählt die Geschichte ihrer Ehe, erzählt, wie sie plötzlich Dinge über ihren Mann herausfindet, über die sie nie nachdachte, dachte, sie seien anders.
Greer schafft es in Geschichte einer Ehe das Leben und die Atmosphäre von San Francisco der 1950er dem Leser nahe zubringen. Man kann fast die Wärme der Sonne und die Unsicherheit einer Welt die sich seit Jahren im Krieg befindet spüren.
Der einzige Knackpunkt des Ganzen ist für mich Pearlie selbst: letzten Endes muss man nicht zwingend mehr über Holland erfahren oder dergleichen. Es ist Pearlies Geschichte, ihre Sicht der Dinge. Allerdings ist mir diese Sicht an einigen Stellen zu oberflächlich. Man hätte hier einiges mehr machen können, denn so bleiben mir unterm Strich eigentlich alle Charaktere irgendwie total fremd.
Unterm Strich ein nettes Buch, dass allerdings nicht so uneingeschränkt zu empfehlen ist wie „Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli“.


