Archiv für Juli 2009

Die Pestheilerin – Kari Köster-Lösche

Verlag: Knaur | Leseprobe
ISBN: 978-3426197646
Seiten:
480
Ausgabe:
Gebundene Ausgabe
Preis:
€ 19,95
ET:
12.2008
1347. Auf der Krim bricht die Pest aus und verbreitet sich in Windeseile in ganz Europa. Hunderttausende sterben an der Krankheit, die als »Strafe Gottes« über die Menschen gekommen zu sein scheint. Eine mutige junge Frau wird zur Retterin der Kranken, denn mit Hilfe der alten Heilkunst ihres Volkes gelingt es ihr, die Menschen zu heilen – und auf rätselhafte Weise bleibt sie von der Seuche verschont …

Nachdem ihre Eltern von den Osmanen ermordet wurden, gerät die junge Arinna in die Fänge eines Sklavenhändlers, der sie in Konstantinopel an den mächtigen Genueser Kaufmann Boccanegra verkauft. Als in der Hauptstadt des Byzantinischen Reiches die Pest ausbricht, nimmt Boccanegra seine Sklavin mit auf das Schiff der Genueser Kaufleute. Der geldgierige Kaufmann hat von einem kostbaren Schwamm gehört, der nur auf Malta wächst und das alleinige Heilmittel gegen den Schwarzen Tod sein soll. Boccanegra will damit ein Vermögen machen. Doch dann erkranken auf der Galeere die ersten Seeleute, und Arinna muss sie pflegen. Und tatsächlich gelingt es ihr dank ihrer Heilkunst und Unvoreingenommenheit, den Schwarzen Tod zu besiegen. Bald schon verbreitet sich Arinnas Ruhm als Heilerin im ganzen Mittelmeerraum, doch dann wird sie der Hexerei verdächtigt, und ihr Leben gerät in ernste Gefahr …

Meine Rezension

Die Pest – die Strafe Gottes oder doch eine einfache Krankheit?

Europa im 14. Jahrhundert: der genuesische Kaufmann Christophoro Boccanegra kauft in Konstantinopel die junge Arinna, die durch das ganze Osmanische Reich gereist ist, um ihren von den Osmanen verschleppten Bruder zu suchen.
Er nimmt sie mit und wünscht sich nichts sehnlicher, als Arinna bald in seinem Bett zu wissen….
Doch es kommt alles anders: auf seinem Schiff erkrankt Boccanegra und er Kapitän an der Pest. Arinna soll die Männer pflegen und schafft es, dass beide sich bald wieder an ihrer Gesundheit erfreuen können.
In Genua angekommen wird dem Schiff Boccanegras die Einfahrt verweigert, denn angeblich soll das Schiff die Pest einschleppen…
Als jedoch bald ganz Europa unter dem schwarzen Tod leiden muss, kommt Boccanegra eine gewiefte Geschäftsidee: er verkauft Arinna, die die Pest augenscheinlich weiß zu heilen, als Pestjungfrau an zahlende Kundschaft….

In ihrem historischen Roman Die Pestheilerin erzählt die Autorin im wesentlichen die Geschichte der jungen Arinna, die einer Intrige zum Opfer fällt und als Sklavin ihre Reise durch halb Europa antritt.
Wie es den „-in“-Romanen häufig als Klischee anhängt finden wir auch hier mit Arinna eine junge, selbstbewusste Frau wieder, die versuchen muss in den Wirrten des Mittelalters ihren Weg zu finden.
Arinna ist klug, schlagfertig und nicht zu schnell einzuschüchtern und so ist sie so ziemlich auf weiter Flur alleine sich über die Pest ihre Gedanken zu machen und so durchschaut sie schon bald die größten Gefahren, die von dieser Krankheit ausgehen.
Doch Arinna ist nicht nur selbstbewusst, sie ist auch allein und hat so auch ihre schwachen Momente, die sie nicht wie eine nicht klein zu kriegende Superheldin wirken lässt.
Ihr Gegenspieler, der selbstsüchtige und mordende Kaufmann Boccanegra und Schiffskapitän Minotto, erfüllen ihre Aufgaben in der Geschichte und machen der Protagonistin das Leben schwer und lernen bis zum Schluss nichts dazu….
.
Die Geschichte ist ein stetiges Hin und Her, ein reines Bäumchen-Wechsel-Dich Spiel, denn nicht nur die Reise der Sant Jacobus führt durch halb Europa, sondern auch Arinna versucht immer und immer wieder vor Boccanegra zu fliehen.
Schade dabei ist lediglich, dass dies im Vergleich zum Schluss relativ lang ausfällt. Denn der Schluss spielt sich auf gerade mal 30 Seiten ab und ist somit im Vergleich zu den anderen 430 Seiten nicht nur sehr kurz, sondern auch in diesem Sinne – möchte ich beinahe sagen – leider auch absolut vorhersehbar.

Anmerken möchte ich noch, dass das Buch mit einer tollen Karte versehen wurde, die es ermöglicht die Reise von Arinna zu verfolgen und das Buch sichtlich aufwertet.

Dennoch schafft es Kari Köster-Lösche den Leser in ihrem Roman in ein Zeitalter zu entführen, in dem die Angst um das eigene Leben herrscht und man nichts über eine Krankheit weiß, die es vermag innerhalb weniger Tage ganze Familien auszulöschen.

Die Schatten von Mistley – Barbara Erskine

Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3548264806
Seiten:
656
Ausgabe:
Taschenbuch
Preis:
€ 6,00h
ET:
05.2006

Als die junge Emma Dickinson in ein romantisch verwildertes Cottage in der kleinen Gemeinde Mistley zieht, fühlt sie sich schon bald geheimnisvollen Kräften ausgeliefert. Gebieterische Stimmen flüstern ihr Botschaften zu und in bedrohlichen Träumen taucht sie in eine Welt des 17. Jahrhunderts ein, in der die Frauen des Ortes von einem grausamen Hexenjäger verfolgt wurden …

Meine Rezension

Emma ist eine erfolgreiche Frau, die eigentlich alles hat: einen tollen Job, einen Freund und eine tolle Wohnung. Und dennoch: als sie die Anzeige sieht, dass in Mistley ein Cottage verkauft wird, ist sie wie von Sinnen und kauft dieses Haus, gibt ihren Job und ihren Freund auf.
Was Emma aber noch nicht ahnt: mit dem Einzug in das Cottage wird sie in einen Kampf hineingezogen, der bereits 400 Jahre früher begann….

Ganz ehrlich? Hätte ich nicht gerade etwas gebraucht was total sinnfrei ist und wofür beim Lesen keine einzige Gehirnzelle erforderlich ist, hätte ich das Buch nicht beenden.
Ich habe dieses Buch gekauft weil mir 2006 „Die Herrin von Hay“ wirklich gut gefiel. Jedoch, was mir damals so gut gefiel, war in diesem Werk dann nicht mehr ganz so toll.

Vor allem die Handlung weist Schwächen auf: hier hat es Erskine nicht verstanden, wann es angebracht ist weiter auszuholen und wann nicht. Wenn es wichtig gewesen wäre, handelt sie alles kurz und knapp ab und wenn es überhaupt nicht interessant wäre beschreibt sie alles minutiös.
Das führt letzten Endes dazu, dass ein Buch mit 650 Seiten entsteht, dass man wohl besser auf die Hälfte gestrafft hätte.
Zudem konnten mich die Charaktere und ihre Alter Ego aus der Rennaissance nicht überzeugen.

Allerdings: ich habe den Roman genau zum richtigen Zeitpunkt angefangen und habe mich daher dann doch einigermaßen gut unterhalten gefühlt.

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