Archiv für Juni 2009

Drachenläufer – Khaled Hosseini

Verlag: BvT
ISBN: 978-3833301490
Seiten:
385
Ausgabe:
Taschenbuch
Preis:
€ 10,50
ET:
09.2007
Afghanistan 1975: In Kabul wächst der zwölfjährige Amir auf, der mit Hilfe seines Freundes Hassan unbedingt einen Wettbewerb im Drachensteigen gewinnen will. Hassans Vater ist der Diener von Amirs Vater, doch trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft verbindet die beiden Jungen eine innige Freundschaft. Am Ende des erfolgreichen Wettkampfs wird diese Freundschaft von Amir auf schreckliche Weise verraten. Diese Tat verändert das Leben beider dramatisch, ihre Wege trennen sich. Viele Jahre später kehrt der erwachsene Amir aus dem Ausland in seine Heimatstadt Kabul zurück, um seine Schuld zu tilgen. Der Leser wird Zeuge der dramatischen Schicksale der beiden Jungen, ihrer Väter und Freunde, und erlebt ihre Liebe und ihre Lügen, ihre Trennung und Wiedergutmachung.

Meine Rezension

Was darf eine Freundschaft?

Kabul 1975: Amir und Hassan sind die besten Freunde und verbringen viel Zeit miteinander. Doch ihre Freundschaft wird immer wieder auf die Probe gestellt, denn gesellschaftlich bewegen sich die beiden auf unterschiedlichen Stufen.
Doch das stört die beiden Jungen nicht und so nehmen sie gemeinsam in einem Winter am Drachenläuferwettbewerb teil, den sie unbedingt gewinnen wollen.
Was beide aber noch nicht ahnen: dieser Tag wird ihr Leben und ihre Freundschaft für immer verändern…

Rein „technisch“ gesehen könnte ich einige Dinge an diesem Buch bemängeln, aber rein emotional gesehen kann ich nur sagen: Ich liebe dieses Buch!

Von der ersten vis zur letzten Seite konnte ich mich mit den Figuren identifizieren, mit ihnen fühlen und leiden.
Ich habe aufgeregt ihre Entwicklung verfolgt und fühlte mich bei aufkommenden Schwierigkeiten fast selbst betroffen.
Für mich war dieses Buch sehr aufwühlend und emotional, dass durch den für mich exotischen Schauplatz Afghanistan und den flüssigen und wohlüberlegten Schreibstil des Autors abgerundet wurde.

Bemängeln könnte und müsste man vielleicht auch, dass man über Afghanistan, seine Probleme und Besonderheiten, nicht viel erfährt. Das Land, seine Kultur und seine Leute dienen lediglich als Hintergrund für die eigentliche Handlung, die man mehr oder minder auch in jedes beliebige Land hätte überspielen können.
Wer also einen Roman erwartet, der einem Afghanistan näher bringt, ist hier an der falschen Stelle.

Dennoch: mein Bauchgefühl sagt mir eindeutig, dass ich ein einfach tolles Buch gelesen habe!

Die Blutschrift – Robyn Young

Die Templertrilogie 01

Verlag: Blanvalet | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3442366576
Seiten: 704
Ausgabe: Broschiert
Preis: € 12,00
ET: 10.2007
Paris, Anno Domini 1260: unter den strengen Augen seiner Lehrer durchläuft der junge Will Campbell die Ausbildung zum Tempelritter – denn dereinst soll er im fernen Heiligen Land die christlichen Pilger beschützen. Doch nicht nur die harte Disziplin der Templer macht ihm dabei zu schaffen, sondern auch seine zunehmend verwirrenden Gefühle für Elwen, die schöne Nichte seines Meisters. Und dann erhält Will einen Auftrag, der ihn jäh in einen Strudel aus Intrigen und Verrat zieht: Er soll ein gestohlenes Buch zurückbringen, das die Identität einer Geheimgesellschaft innerhalb der Templer enthüllt – und deren gefährliche Pläne …

Meine Rezension

Der junge Will lebt als Sergeant im Templerorden und soll dort zu einem Ritter ausgebildet werden. Das selbe gilt für seinen Freund Garin. Und beide haben schwer an ihrem Schicksal zu knabbern: Garin´s Vater starb in Outremer, ebenso seine Brüder. Seitdem wünscht er sich nichts sehnlicher, als die Familienehre wieder her zustellen. Auch Will´s Vater ist zur Zeit im Heiligen Land und Will denkt, dass er dies auf Grund eines von ihm verursachten Unfalls tut…
Und beide bekommen ihre eigene Chance, ihre Fehler wieder gut zu machen.
Garin wird zum Verräter des Ordens und Will versucht ein geheimes Buch wieder zu finden, hinter dem auch Garin her ist.
Doch zum Schluss führt das Schicksal beide ehemaligen Freunde – obwohl es sie vorher aus einander riss – nach Outremer, ins Heilige Land.
Doch ihre Reise ist an diesem Punkt noch lange nicht beendet….

Die Blutschrift ist der Auftakt zu einem großen Abenteuer, dass mich sehr gut unterhalten hat.
Auf Grund des damaligen Hype um die Templer, den heiligen Gral und Verschwörungen a lá Dan Brown, habe ich lange Zeit allergische auf solche Stichworte reagiert.
Umso mehr freut es mich ja fast, dass ich diese Reihe entdeckt habe, nachdem der Hype stark abgeflaut war, denn sonst wäre mir wirklich eine spannende Geschichte entgangen.

Auf mehreren Handlungsebenen erzählt Robyn Young im ersten Teil die Geschichte zweier angehender Ritter, die ihre Chancen im Leben verschieden nutzen und so von Freunden zu Feinden werden.
Die Autorin schafft dabei Charaktere, die man lieben und hassen kann, aber auch diejenigen, die man bis zum Schluss kaum einschätzen kann. Diese werden in eine vielschichtige Handlung verpackt, die nicht immer wirklich vorhersehbar ist und daher doch spannend bleibt. Unterstützt wird dies durch parallel gehaltene und erzählte Handlungsstränge. Bei diesen verliert die Autorin zum Glück aber nicht den Haupthandlungsstrang aus den Augen.

Generell hat das Buch seine Höhen und seine Tiefen: oft fliegen die Seiten nur so dahin und man sitzt gebannt vor dem Buch und dann gibt es aber genauso noch die Stellen an denen man meint, keinen Schritt vorwärts zu kommen. Diese ups and downs machen es zwischendurch anstrengend zu lesen.
Auch scheint die Autorin sehr gut über die Templer recherchiert zu haben, allerdings wird nicht immer ganz klar wo die Realität anfängt und die Fiktion aufhört. Daher sei da zu Vorsicht geraten, wenn es um die historischen Templer geht.

Insgesamt ein sehr guter Auftakt zu einer Serie, die noch einiges verspricht.
Ich freue mich schon auf die anderen beiden Bände!

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