Archiv für März 2009

Siddhartha – Hermann Hesse

Verlag: Suhrkamp
ISBN: 978-3518188026
Seiten:
192
Ausgabe:
Taschenbuch
Preis:
€ 07,00
ET:
07.1998
Hermann Hesse, am 2. Juli 1877 in Calw/Württemberg als Sohn eines baltendeutschen Missionars und der Tochter eines württembergischen Indologen geboren, starb am 9. August 1962 in Montagnola bei Lugano. Er wurde 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Nach einer Buchhändlerlehre war er seit 1904 freier Schriftsteller, zunächst in Gaienhofen am Bodensee, später im Tessin. Er ist einer der bekanntesten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts.

Meine Rezension

Als ich letztes Jahr Hesse´s Steppenwolf begeistert zur Seite legte, hatte ich mir fest vorgenommen mehr von Hesse zu lesen.
Bei der Auswahl einer erneuten Lektüre sprang mir zu erst Siddhartha ins Auge. Gesagt – Gelesen.
Aber: die Lektüre konnte mich bei weitem nicht so überzeugen wie Der Steppenwolf.

Hesse erzählt eine fiktive Geschichte über den späteren Buddha: Siddhartha ist auf der Suche nach sich selbst, auf der Suche nach einem Glauben.
Er eckt dabei immer wieder an, trifft Entscheidungen und äußert Meinungen, die nicht immer dazu beitragen, ihn zu mögen.
Im Gegenteil: bis zum Schluß fand ich keinen Zugang zu dem Charakter.

Insgesamt konnte ich bei diesem Buch nur die ruhige und sehr talentvolle Schreibe Hesse´s genießen.
Beim Lesen hatte ich immer den Steppenwolf im Hinterkopf und habe immer wieder verglichen.
Siddhartha ist nichts von dem was ich an jenem so geliebt habe: Siddhartha ist nicht wirklich psychologisch, nicht kontrovers, nicht provozierend; nein, Siddhartha ist einfach eine ruhige Erzählung zum zurücklehnen und genießen.

Sturm – Claudia Kern

Der verwaiste Thron 1

Verlag: Blanvalet | Leseprobe (.pdf)
ISBN: 978-3442244201
Seiten: 368
Ausgabe: Broschiert
Preis: € 13,00
ET: 07.2008

Es ist ein großer Tag für Ana, die einzige Tochter des Fürsten von Somerstorm. Ihr siebzehnter Geburtstag beginnt mit den Darbietungen von Gauklern und Schaustellern – und endet in einem Massaker an ihrer Familie! Jetzt ist Ana auf der Flucht, nur begleitet von einem Leibwächter, den sie kaum kennt und dem sie noch weniger traut. Auf Burg Somerstorm, ihrer verlorenen Heimat, herrschen nun die geheimnisvollen Nachtschatten – und der Mord an Anas Familie war nur der Anfang ihrer düsteren Pläne!

Meine Rezension

An Ana´s siebzehnten Geburtstag gibt ihr Vater, der Graf von Somerstorm, ein großes Fest zu Ehren seiner Tochter.
Doch was als beschauliches Fest anfängt, endet in einer Katastrophe: als sich Ana mit ihrem Leibwächter vom Fest frühzeitig entfernt, wird ihre ganze Familie und die Gäste von Nachtschatten getötet.
Ihr Leibwächter reagiert blitzschnell und flieht mit dem Geburtstagskind, während die Nachtschatten Somerstorm in Besitz nehmen und sich für einen Schlag gegen die Menscheit rüsten….

Sturm ist der erste Teil einer Trilogie und gleichzeitig der Debutroman der aus Bonn stammenden Autorin Claudia Kern.
Und dieses Debut liest sich nicht mal so schlecht:
Kern entwirft auf knapp 370 ihre eigene Welt und auch in einem gewissen Sinne mit den Nachtschatten ihre eigenen Kreaturen.

Die Charaktere selbst sind gut durchdacht: jede hat ihre eigene Persönlichkeit, ihre eigenen Stärken und Schwächen. Man merkt: die Autorin hat sich mit ihnen auseinander gesetzt und sich zu jedem Charakter Gedanken gemacht. Somit schafft sie es in sich widerspruchsfreie Helden und Antihelden zu kreieren.
Vor allem Protagonistin Ana und der Gelehrte Craymorus fallen immer wieder auf.
Ana wirkt an vielen Stellen zickig und verwöhnt, aber: authentisch.
Kleiner Knackpunkt dennoch: eine große Entwicklung der Charaktere findet hier nicht statt; aber da hoffe ich jetzt einfach mal auf die Folgebände…

Weiterer kleiner Knackpunkt am Buch ist stellenweise der Plot: Kern treibt die Handlung schnell voran. Das ist oft sehr toll, da man nicht das Gefühl hat auf der Stelle zu treten und ein Gefühl dafür bekommt, wie diskontinuierlich und schnell das Leben der Charaktere ist zur Zeit ist
Allerdings wäre es schöner gewesen, wenn die Handlung ab und an etwas an Schwung verloren hätte, ein wenig Zeit zum Verschnaufen geboten hätte, denn so wirkte es dann doch stellen weise gehetzt.

Das klingt zwar jetzt alles doch ein wenig nörgelig, aber mal im Ernst: ein Buch kann nicht so schlecht sein, wenn ich mir direkt nach dem Lesen Band 2 kaufe und auf die nächste Leselücke warte…

Durchaus zu empfehlen!

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