Archiv für August 2007
Mit der Flut kommt der Tod – Kari Köster-Lösche
Hansenkrimis Teil 1
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426633533
Seiten: 400
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 09,95
ET: 05.2006
Husum 1894. Als der junge Wasserbauinspektor Sönke Hansen den Auftrag erhält, sich auf der Hallig Langeneß für die Errichtung eines Steindeiches samt Leuchtfeuer einzusetzen, ahnt er nicht, welchen Wirbel sein Besuch bei den liebenswert-störrischen Halligmenschen auslösen wird. Dann wird die Leiche eines Mannes gefunden, der Sönke wie aus dem Gesicht geschnitten ist, und er sieht sich unversehens in einen Fall verwickelt, der immer weitere Kreise zieht. Im sensiblen politischen Umfeld von Friesen, Dänen und Preußen und immer auf der Hut vor dem unberechenbaren Oberdeichgraf, macht sich Sönke an die Lösung seines ersten Falls …
Meine Rezension
Sönke Hansen reist im Auftrag des Wasserbauamts auf die Hallig Langeness, um dort Schutzmaßnamen bei der Bevölkerung durchzusetzen.
Doch schon bald kommt Hansen ungereimtheiten auf die Spur: was hat das Rum-Kontor von Stefan Nielsen mit dem verschwinden seiner Verlobten Gerda zu tun? Wer ist der Tote der auf der Hallig angespült wird? Und welches Geheimniss verbirgt das Schiff Olivia?
Kari Köster-Lösche hat einen wunderbar historischen Krimi geschaffen, den selbst nicht Krimi begeisterte wie ich verschlingen werden, denn die kriminal Geschichte verläuft nicht nach Schema F: wir haben nicht sofort auf Seite 3 eine Leiche und einen augeklügelten Ermittler der alles aufklärt. Auch steht das Verbrechen nicht umittelbar im Mittelpunkt. Es dreht sich nicht alles ununterbrochen um die Leiche.
Protagonist Sönke Hansen wird eher vielmehr in das Geschehen hineingezogen, ohne dabei seine eigentliche Mission – den Schtz der Halligbewohner- aus den Augen zu verlieren.
Dabei zeichnet die Autorin wunderbare Charaktere: Sönke Hansen ist ein typischer „Mann von neben an“ und wirkt nicht unnahbar.
Auch die Halligbewohner versprühen ihren Charm, da sie authentisch wirken, denn die Autorin versucht das typische Vokabular zu integrieren.
Und das ist hier auch nicht weiter schlimm, denn der Knaur Verlag gestattete die Ausstattung mit einem Glossar: Begriffe sind kurz und knapp erklärt und so kann der Leser entspannt authentischem Seemansgarn lauschen ohne in Bedrängnis mangels bekannter Wörter zu geraten
Auch versteht sich die Autorin darauf immer wieder Fährten zu legen und den Leser in eine Richtung zu ziehen, ohne dass sofort klar wird, ob diese Fährten auch der Wahrheit entsprechen.
Ein Kriminalroman den sogar ich als „Krimigegner“ genossen habe und der Lust auf die weiteren Fälle von Sönke Hansen gemacht haben!
Rebecca – Daphne du Maurier
Verlag: Fischer
ISBN: 978-3596163502
Seiten: 447
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: € 07,95
ET: 03.2005
Vor der Kulisse des alten englischen Herrensitzes Manderley entsteht langsam, aus der Vergangenheit auftauchend, das Bild jener geheimnisvollen Frau, deren Schatten einer großen Liebe zum Verhängnis zu werden droht …
‘Rebecca’ ist ein Generationenbuch, dessen Popularität einzig mit ‘Vom Winde verweht’ vergleichbar ist.
Meine Rezension
Sie heiratet in einem Sommer Maxim de Winter in Monte Carlo. Seine Frau Rebecca ist gerade mal seit einem Jahr tot.
Als das frisch verheiratete Ehepaar in seinem Landsitz Manderley ankommt, wird die neue Frau von Maxim mit gemischten Gefühlen vom Personal begutachtet. Überall scheint der Geist der unvergesslichen Rebecca zu schweben, egal was auf Manderley geschieht, Rebecca scheint noch dabei zu sein. Und ihr Schatten lastet schwer auf der neuen Beziehung…
Rebecca zählt heute zu den berühmtestens Romanen der Weltliteratur und wird auch seit einigen Jahren als Musical aufgeführt.
Daphne du Maurier erzählt eine Geschichte die gerade am Anfang sehr nach 0815 Liebesgeschichte aussieht und sich auch genauso anliest.
Allerdings sollte man unbedingt dran bleiben: ein paar Seiten weiter kreiert die Autorin eine Atmosphäre die mysteriös anmutet und erneut wägt der Leser sich in Sicherheit genau zu wissen, was als nächstes kommen wird und genau hier liegt die Brillianz dieses Buchs: die Autorin legt immer wieder Fährten, denen der Leser immer wieder gutgläubig folgt, weil die Geschichte suggeriert nur so und so ausgehen zu können. Und immer wieder findet sich der Leser dann
an einem Punkt an dem er neu anfangen muss zu denken. Ein Buch voller Überraschungen.
Die Charaktere sind facettenreich gezeichnet und man leidet und fiebert vor allem mit der Hauptperson und Erzählerin, der jungen Ms de Winter, mit. Dabei scheint du Maurier sowohl „gute“ als auch „schlechte“ Charaktere geschaffen zu haben, die aber ihr wahres Gesicht erst zeigen, wenn man sie durch die Geschichte begleitet.
Ein facettenreicher Roman dessen Lektüre durchaus lohnt!


